Übersicht
Reparatur eines Petri-Objektivs mit festsitzender Blende (Petri C.C Auto 55mm F2).
Die Ursache war eine Fehlfunktion der Blendenlamellen durch verharztes Öl.
Die Blende wurde gereinigt und das Schneckengewinde (Helicoid) neu gefettet.
Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Reparatur, die bereits einige Jahre zurückliegt. Der Text wurde anhand von Videoaufnahmen und aus der Erinnerung erstellt, weshalb manche Details eventuell etwas vage sind. Ich bitte um Verständnis.
Symptome
Das Objektiv wies folgende Probleme auf:
- Die Blende bewegt sich überhaupt nicht.
- Der Fokusring (Helicoid) ist schwergängig (aber nicht komplett blockiert).

Vermutete Ursache
Es ist anzunehmen, dass sich das alte Fett im Laufe der Zeit zersetzt hat und die Ölanteile bis zu den Blendenlamellen vorgedrungen sind.
Demontage – Vorsicht bei der speziellen Petri-Bauweise
⚠️ Voraussetzung: Dieser Leitfaden richtet sich an Personen mit Erfahrung in der Demontage, Reinigung und Neufettung alter Objektive.
1. Entfernen der speziellen Sicherungsstifte (Petri-Objektive)
Petri-Objektive verwenden einzigartige Sicherungsstifte (Lock Pins).
Manche Bastler modifizieren Zangen oder Schraubendreher, um ein Spezialwerkzeug herzustellen. Ich habe mir jedoch aus einer einfachen Pinzette ein passendes Hilfswerkzeug geschliffen.

Auswahl und Bearbeitung der Pinzette
Aus meinem Vorrat habe ich eine Pinzette mit gebogener und etwas dickerer Spitze ausgewählt.
Günstige Modelle aus weicheren Legierungen mit abgerundeten Spitzen sind hierbei von Vorteil, da sie sich wesentlich leichter bearbeiten lassen.
Falls Sie in einem 1-Euro-Shop oder Discounter nach geeignetem Werkzeug suchen, empfehle ich zuerst einen Blick in die Kosmetikabteilung für künstliche Wimpern oder Nageldesign.
Danach lohnt sich der Gang zur Abteilung für Hygieneartikel.
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2. Achtung: Verlustgefahr von Lagerkugeln (Blendenring)
Im Bereich des Blendenrings sind an mehreren Stellen kleine Lagerkugeln verbaut. Achten Sie penibel darauf, diese nicht zu verlieren.
Tipp: Es ist sehr effektiv, diese Arbeitsschritte innerhalb einer transparenten Plastiktüte durchzuführen.

Blendenreinigung und Neufettung des Helicoids
1. Reinigung des Helicoids
Nachdem grober Schmutz entfernt wurde, habe ich das Schneckengewinde in Waschbenzin gereinigt.
2. Demontage und Reinigung der Blendenlamellen
Da die Verölung sehr stark war, wurde die Blendeneinheit komplett zerlegt und mit Waschbenzin gesäubert.
3. Sicherheitshinweis zur Linsenreinigung (Alkohol)
Die Glasflächen wurden mit Isopropanol und Optik-Reinigungspapier (bzw. Reinigungstüchern) abgewischt.
Vorsicht: Alkohol kann bei manchen Linsenvergütungen oder Bauteilen negative Auswirkungen haben.
Grundsätzlich ist eine Reinigung mit warmem Wasser und einem neutralen Reinigungsmittel (Spülmittel) empfehlenswert.
4. Zusammenbau und Dosierung des Fetts
Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge zur Demontage.
Achten Sie erneut auf die Lagerkugeln.
Tragen Sie auf das Helicoid nur eine minimale Menge optisches Fett auf (etwa reiskorngroß) und verteilen Sie es mit einem feinen Pinsel.

Funktionstest
Sowohl die Blende als auch der Fokus (Helicoid) laufen wieder einwandfrei.
Lektionen & typische Stolperfallen
Ich hatte vergessen, den Mitnehmerstift für die Springblende wieder einzusetzen und musste das Objektiv daher ein zweites Mal zerlegen und zusammenbauen.
Fazit
Die Ursache war die Zersetzung von altem Fett, dessen Ölanteile die Blendenlamellen verklebten.
Solche fettbedingten Defekte lassen sich oft relativ problemlos beheben, sofern man in der Lage ist, das Objektiv sicher zu zerlegen.
YouTube-Video
Im Video werden stark verschmutzte Messingteile mit Zitronensäure gereinigt.
Das Ergebnis glänzt zwar schön und ist optisch sehr befriedigend, hat aber für die technische Funktion (wahrscheinlich) keine praktische Bedeutung.